Die Straßen Londons

Die Straßen von London


London im 17. Jahrhundert


Ein wunderschöner Tag neigte sich dem Ende entgegen, der Mond schien hell, die Sterne funkelten am Nichthimmel, die Laternen erhellten die Straßen, der Big Ben stand hinter mir. Einmalig!
Zuerst der Maskenball, danach das Dinner und dann der Tanz, und immer wieder suchte ich ihr Gesicht, sie kam mir vor wie in einem Traum - wunderschön, engelsgleich und unerreichbar. Und doch wurde mir die Gnade erwiesen mit ihr zu tanzen. Es war so unfassbar. Noch nie war ich glücklicher, noch nie zuvor verspürte ich dieses Gefühl. In dem Moment als sie mir so tief in die Augen geblickt hatte und sich unsere Lippen trafen, in diesem einem Moment, da hatte sie mir mein Herz gestohlen. Und dann verschwand sie. Ich habe nach ihr gesucht, vergeblich. Ich habe nach ihr gefragt, vergeblich. Nun kann ich nur hoffen, dass sich irgendwann, irgendwo unsere Wege kreuzen.
Einsam schreite ich auf den verlassen Straßen Londons entlang. Versuche zu vergessen was für eine Schönheit mir begegnet war, aber egal wo ich hinging, wo ich hinsah, überall erblickte ich ihr Gesicht. Was gäbe ich dafür wenn ich nur noch einmal durch ihre kastanienroten Haare fahren dürfte, nur noch einmal in die saphirgrünen Augen sehen dürfte, sie nur noch einmal küssen dürfte. Es war vergebens. Wahrscheinlich würde ich sie nie wieder sehen. Doch dann, diese Stimme. Ich drehe mich um, und es wird mir erlaubt, nicht mehr zu suchen, ich darf sie wieder erblicken. Mein Glück ist grenzenlos, doch versuche ich ganz Gentleman zu sein. Höfflich gebe ich ihr einen Handkuss und frage nach ihrem Namen. Sie sagt sie heiße Kim. - Kim, ein Name der eines Engels würdig wäre. - Ich fordere sie zum Tanz auf. Keine Musik, keine Zuschauer, nur wir beiden und der freie Himmel über uns. Wir tanzen. Ich halte meine Hände fest um ihre geschlungen - will sie nie wieder loslassen. Und wieder treffen sich unsere Blicke. Es ist als explodiere die Luft um uns. Ich bin mir meiner Gefühle sicher, endlich habe ich sie gefunden: Meine Liebe. Wieder treffen unsere Lippen aufeinander. Leidenschaftlich, lieblich und doch zärtlich küssen wir uns. Endlose Minuten vergehen, kein Augenblick blieb ungenutzt.
Es fängt an zu regnen. Kleine Tropfen benetzen unsere Haut - kalt durchfuhr es ihren Körper - ich trete näher an sie heran, um sie zu wärmen. Immer noch verbunden. Die Lichter der Laternen werden von der Nässe gebrochen, um uns entsteht ein buntes Farbenspiel.
Möge dieser Moment doch ewig andauern! - Doch wir lösen uns. Der Regen wird stärker, das Lichtspiel noch fantastischer, kniend frage ich sie ob sie den Rest ihres Lebens mit mir verbringen will, sie nickt und lächelt. - Diese lächeln, einfach und doch so zauberhaft. Ich hebe ab, erlebe eine Achterbahn der Gefühle, will jubeln, es laut in die Welt hinaus schreien, doch lass ich es mir nicht anmerken. - Die Glocken des Big Ben fangen an zu läuten, Mitternacht. Es ist die schönste Stunde meines ganzen Lebens. Ich werfe meinen Mantel um sie und geleite sie zum nächsten Unterschlupf. Der Regen zieht seine Bahnen, sie klammert sich fest um mich - ich halte sie, so möge es auf ewig bleiben.

Langsam richtete sich Ron auf und schlug auf den Wecker ein. Verschlafen rieb er sich die Augen. „Nur ein Traum. Schade, es war so unfassbar schön. Ich und Kim. Warum kann es nicht auch hier so sein. Naja. Zuerst mal aufstehen, ich komme noch zu spät zur Schule und heute Abend ist ja auch noch der Abschlussball. Mal schauen was auf mich zukommt“ Und so begann ein neuer Tag für Ron aber was er nicht wusste, schon heute Nacht sollte sein Traum in Erfüllung gehen.

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